Canton Ergo RC-L

Daten[Bearbeiten]

Allgemein

  • Hersteller: Canton
  • Modell: Ergo RC-L
  • Baujahre: 1998 - 2000 (bis 2008 als Auslaufmodell erhältlich)
  • Hergestellt in: Deutschland
  • Farbe: Buche, Kirsche, Esche schwarz
  • Abmessungen: 260 x 1100 x 347 mm (B x H x T)
  • Gewicht: ca. 32 kg
  • Neupreis ca.: 5.000.-DM (UVP pro Paar)
  • Preis als Auslaufmodell: 680,- pro Paar


Technische Daten

  • Bauart: 3-Wege, Baßreflex, Standlautsprecher
  • Chassis:
    • Tieftöner: 2x 220 mm
    • Mitteltöner: 1x 180 mm
    • Hochtöner: 1x 25 mm Alu-Mangan-Kalotte
  • Belastbarkeit (Nenn-/Musikb.): 200 / 350 Watt
  • Wirkungsgrad: 89,7 dB/1W/1m
  • Frequenzgang: 18 - 30.000 Hz
  • Übergangsbereiche: 300 / 3.500 Hz
  • Impedanz: 4 Ohm (4-8 Ohm Werksangabe ist normwidrig, die Norm kennt keine von-bis-Werte)


Besondere Ausstattungen

  • Kontrolleinheit mit Netzteil 'Canton Control Unit' (Blackbox) zur Entzerrung v. Bass u. Höhen; wird zwischen Vor- u. Endverstärker eingeschleift. Baß u. Höhen können hiermit außerdem in jeweils 5 Stufen (-2,-1,0,+1,+2) geregelt werden. Bei Betrieb ohne Control-Unit müsste theoretisch die Frequenzweiche angepasst werden um die eingebauten Frequenzgangbeeinflussungen im Bass und in den Höhen zu kompensieren und einen linearen Frequenzverlauf zu erhalten.
  • Anschlußfeld der Control Unit mit 4 Anschlüssen Main in/out - Tape in/out
  • Die Control Unit der RC-L hat die Nummer 4040 und ist genau auf den Lautsprecher abgestimmt. Die Vorgängerin SC-L kann damit ausnahmsweise auch betrieben werden (obwohl es auch für die SC-L eine ganz seltene eigene regelbare Control Unit gab). Für die RC-S oder RC-K ist die Unit aber nicht gedacht. Diese haben jeweils eigene, auf diese genau abgestimmte Control Units. Es ist schlichtweg eine Unart, dass man die Control Units untereinander verwenden oder schlimmer noch bei anderen Lautsprechern vorteilhaft betreiben kann. Bei Betreiben mit Fremdlautsprechern kann sogar der Verstärker sehr schnell überfordert werden (Clipping, Verzerrungen).

Hier eine Zuordnung der regelbaren Control Units zu den entsprechenden Canton Modellen:

  • Fonissimo RC: RC 2 (4050)
  • Ergo SC-L:
      Unit 1 6434 mit heller Frontblende: ca. 25 Hz (-3 dB) lt. Stereoplay 05/1993 S. 12/13
      Unit 2 1241 mit heller oder dunkler Frontblende (Nachfolger zu Unit 1)
      Unit SC-L/RC 0227: Regelbares, extrem seltenes Sondermodell (Nachfolger zu Unit 2)
                         Ausnahmsweise auch Unit 4040 der RC-L verwendbar
  • Ergo RC-L: RC 1 (4040): ca. 25 Hz (-3 dB) lt. Stereoplay 01/1998 S. 12
  • Ergo RC-S: RC 3 (4774): ca. 30 Hz (-3 dB) lt. Stereoplay 12/1998 S. 20
  • Ergo RC-K: RC 4 (5196): ca. 40 Hz (-3 dB) lt. Stereoplay 09/2000

Bemerkungen[Bearbeiten]

  • Sie sollte besser nur in ausreichend bedämpften Räumen mit mindestens 20m² (besser 40m²) betrieben werden; in kleineren Räumen zu baßstark. Die Bassfrequenz geht bei (-3dB) bis 25Hz. Die Position der LS sollte zudem nicht zu nahe in der Raumecke sein. Auch mitschwingende Fußböden wie Parkett kommen dem Lautsprecher nicht entgegen, da sich diese vom kräftigen Tieftonbereich gerne anregen lassen. Eine Entkopplung kann helfen, aber Betonböden mit Teppich sind zu bevorzugen.
  • Die RC-L ist im Bassbereich sehr niederimpedant, was zur Folge hat, dass man sehr laststabile und leistungsstarke Verstärker benötigt, die über den notwendigen Dämpfungsfaktor verfügen um der RC-L ihr volles Potential zu entlocken.
  • Wie auch bei den anderen RC-Modellen (Ausnahme: RC-A) erreicht die RC-L ihren vollen Klang und Frequenzumfang nur im Zusammenspiel mit der zugehörigen Control-Unit (blackbox), die zwischen Vor- und Endstufe geschaltet wird und den Frequenzgang linearisiert, Fehler im Frequenzgang ausgleicht und den Bassbereich absenkt, damit der Lautsprecher auch die angegebene untere Grenzfrequenz erreicht. Ohne Control-Unit wird das gesamte Klangspektrum der RC-L bei weitem nicht erreicht. Leider gibt es seit ca. 2005 bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Onkyo A-9000R oder eventuell AV-Receiver) keine aufgetrennten Receiver/Verstärker mehr (Pre-Out und Main-In), und auch das analoge Einschleifen mittels Tape Monitor ist bei modernen Vollverstärkern/Receivern nicht mehr möglich. Man kann die Unit heutzutage somit nur noch zwischen Vor-/Endstufe einschleifen oder einen Receiver/Verstärker auftrennen lassen. Nur so lassen sich auch digitale Quellen perfekt abspielen (analog kann man die Unit natürlich immer zw. Quelle und Verstärker/Receiver einbinden, also Cinchkabel von Quelle zur Unit und von der Unit zum Verstärker/Receiver). Leider ist somit heutzutage der Einsatz dieser Lautsprecher sehr eingeengt. Mit Control Unit klingen die RC-L bei richtiger Aufstellung und mit laststabilen Verstärkern "vollmundig", analytisch und mit breiter Bühne (weniger in die Tiefe) ... benötigt keinen Subwoofer. Ohne Control Unit würde ich aber deren Ergo-Pendant 102 bevorzugen.

Weitere Modelle der gleichen Serie:

Vorgängermodell:

Nachfolgemodell: ohne

Bilder[Bearbeiten]

  • Bild: Canton Ergo RC-L:

Ergo-rc-l 1077708.jpg

Berichte[Bearbeiten]

  • Vergleichstest in Stereoplay 1/1998: "Was die Canton Ergo RCL im Baß und Tiefbaß zu leisten vermochte, das suchte im Testfeld (Cabasse Brick 500, ESS ES 261, Heco Metron 1000, Linn AV 5140, Tannoy DB 500) seinesgleichen. Einen so tiefreichenden und dabei derart pegelfesten unteren Frequenzbereich bekommen auch die Tester nur selten zu hören. Dabei klang die Canton beileibe nicht nach Radaubox, sondern vorbildlich ausgeglichen und verfärbungsarm. (…) Die Canton Ergo RCL klang derart stark, daß man sich zurecht fragen muss, warum ein Lautsprecher wie dieser oder etwa die ebenfalls aus Deutschland stammende Elac CL 202 eigentlich nie als High-End bezeichnet werden." – Klangurteil: sehr gut, 23 Punkte / Preis-Leistung: überragend / stereoplay Highlight

Links[Bearbeiten]